JAHRESSTIPENDIUM DARSTELLENDE KUNST/SPARTE SCHAUSPIEL 2021- Franziska Aigner

Опубликовано: 03 Октябрь 2026
на канале: sina moser
1,422
7

JAHRESSTIPENDIUM DARSTELLENDE KUNST/SPARTE SCHAUSPIEL 2021
LAND SALZBURG
Franziska Aigner
Video von MORO:
Sina Moser/Joyce Rohrmoser 2021

Franziska Aigner arbeitet an der Schnittstelle zwischen Performance, Theater, Musik, und Philosophie. Nach dem Studium an P.A.R.T.S., der von Anne Teresa De Keersmaeker geleiteten Schule für Choreografie und Tanz in Brüssel, hat sie mit Anne Imhof die Performances Deal, Rage, Angst und Faust (ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen der Biennale Venedig 2017) erarbeitet, sowie für William Forsythe, Mette Ingvartsen, Alexandra Bachzetsis u.a. performt. Ihre eigenen Arbeiten wurden im Kunstenfestivaldesarts/Brüssel, Die Liste/Basel, Theatre de la Bastille/Paris, The Place/London, brut/Wien, HAU/Berlin etc. gezeigt. 2019 wurde die Musik zu Faust (von Anne Imhof, Billy Bultheel, Franziska Aigner und Eliza Douglas) auf dem Berliner Label PAN veröffentlicht. Weiters ist Franziska Aigner Teil des Holly Herndon Vocal Ensembles, mit dem sie international auf Tournee geht. Ihr Solo-Projekt (Cello und Gesang) führt sie unter dem Namen Frankie auf. Ihre Solo-EP wird im Herbst 2021 auf dem Label Bedroom Community veröffentlicht. 2021 hat Franziska mit Daniel Jenatsch das Soundart-Stück The Close World erarbeitet, das mit dem John Fries Award ausgezeichnet wurde. In dem 2022 erscheinenden Spielfilm City Child spielt sie die Hauptrolle unter der Regie von Austin Jack Lynch. Neben ihrer vielseitigen künstlerischen Arbeit hat Franziska Aigner am Centre for Research in Modern European Philosophy (CRMEP) in London zum Thema Kant und Technik im Jahr 2020 promoviert. 2022 wird ihr Doktorat als Buch bei Bloomsbury Publishing erscheinen.

Das von Franziska Aigner eingereichte Vorhaben „Styx“ überzeugt durch seine Stringenz und seinen klar formulierten, konzise dargestellten künstlerischen Forschungsansatz, der sich mit der Performativität des Rituals sowie dem Erforschen einer Sprache des Übergangs – vom Denken zur Welt, vom Leben zum Tod, von der Sprache zur Darstellung – auseinandersetzt.
Im Kern sucht das Projekt experimentell nach einer Poetik des Sprechens in philosophischer Hinsicht ebenso wie in alltäglichen grammatischen Strukturen. Es zielt darauf ab, die Immanenz von Übergängen zu erforschen und zu gestalten. Um an jenen Stellen, in denen unser gewohnter Sprachgebrauch mit seiner herkömmlichen Grammatik das Geschehen nicht umfassend zu beschreiben vermag, eine neue Sprache zu entwickeln. Auf Basis dieser erfundenen Sprache soll ein performatives Sound-Werk entstehen, das narrative Fragmente mit musikalischen Elementen verwebt.
Franziska Aigner plant, als Reaktion auf die Corona bedingten Einschränkungen, durch welche die Künstler und Künstlerinnen ihre öffentliche Sprache zum Teil verloren hatten, zuerst einen Tonträger zu produzieren, der dann als Grundlage für eine Weiterentwicklung zur Live-Performances dient.
Ihre internationale Tätigkeit und ihr Wirkungsfeld im Bereich der performativen Praxis, Sound Art und Philosophie, empfindet die Jury für die Salzburger Kulturlandschaft überaus bereichernd und verbindet mit der Vergabe des Stipendiums an Franziska Aigner die Hoffnung, damit etwas zur Verortung dieser interessanten Künstlerin und ihrer künstlerischen Positionen in der Region beitragen zu können.

“Ich freue mich sehr, dass ich das Jahresstipendium Darstellende Kunst des Landes Salzburg erhalten habe. Es wird mir ermöglichen, meine Arbeit unter den, für die Kunst so schwierigen Umständen der letzten eineinhalb Jahre, weiterzuführen. Ist es nicht genau jetzt, dass wir die Kunst, die ein Licht für uns und auf uns werfen kann, so dringend brauchen? Das Stipendium kommt zur rechten Zeit und dafür bin ich sehr dankbar.”
Franziska Aigner