Eine Hommage an Alexander Papendiek

Опубликовано: 17 Июнь 2026
на канале: Manuela Hertel
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„Wir sind vom gleichen Stoff, aus dem die Träume sind, und unser kurzes Leben ist eingebettet in einen langen Schlaf.“
(William Shakespeare)

Zur Erinnerung an Alexander Papendiek (12.02.1928 - 27.08.1974)

“Wen die Götter lieben, den rufen sie jung zu sich.” heißt es. Der Schauspieler Alexander Papendiek wurde nur 46 Jahre alt.

Ursprünglich wollte der gebürtige Dresdner wie sein Vater Bühnenbildner werden, nahm dann jedoch Schauspielunterricht, hatte Theaterengagements in Dresden, Potsdam und Berlin bis er 1961 in das Schauspielerensemble des Deutschen Fernsehfunks wechselte.
Der Regisseur Martin Hellberg besetzte ihn in seinen Filmen “Der Richter von Zalamea”, “Wo du hingehst”, “Thomas Müntzer”, “Emilia Galotti” und “Kabale und Liebe”.

Ich nahm ihn erst bewusst wahr, als ich dem Ruf einer legendären Fernsehreihe folgte, die zwischen 1959 und 1968 entstand und den Titel “Blaulicht” trug. Die ersten Serienermittler im deutschen Fernsehen im Kriminalgenre eroberten mit ihrer wunderbar unkonventionellen, wohltuend unbürokratischen, humorvollen und zutiefst menschlichen Art auf der Stelle mein Herz: der väterlich-gütige Hauptmann Bruno Wernicke (Bruno Carstens), der humorvolle und kesse Leutnant Horst Timm (Horst Torka) und derjenige von ihnen, der sofort zu meinem Favoriten avancierte: der schöne “Alex” - Oberleutnant Alexander Thomas, gespielt von Alexander Papendiek in der Rolle seines Lebens.

Weitab von den scheinbar am Reißbrett entworfenen Kriminalisten anderer DDR-Serien war Alexander Thomas ein Mensch aus Fleisch und Blut, mitten aus dem Leben. Charmant, kultiviert, eloquent, selbstsicher, ironisch, stets den angemessenen Ton bei seinen Verhören treffend sowie niemals einem Flirt abgeneigt - so präsentierte sich Alexander Thomas, der sich sogar die Freiheit nahm, im Dienst “Das Magazin” als Lektüre zu genießen, sich vernehmlich über Bürokratie und Arbeitsüberlastung zu beklagen und als äußeren Ausdruck seiner Unkonventionalität seinen Trenchcoat ebenso leger wie dekorativ über die Schulter zu werfen.

Wie seine beiden Kollegen verfügte auch Alexander Thomas neben seiner beruflichen Tätigkeit über ein Privatleben. In der Episode “Ein gewisser Herr Hügi” erwähnt er erstmals seine Frau, die in späteren Folgen auch persönlich in Erscheinung tritt. Mit der attraktiven Angela (Angela Brunner) wird er in der Doppelfolge “Heißes Geld” Vater von bezaubernden Zwillingssöhnen.

Alexander Papendiek - gewiss nicht von ungefähr tragen die drei Hauptdarsteller von “Blaulicht” die gleichen Vornamen wie die von ihnen verkörperten Charaktere - schuf mit seiner Darstellung einen absoluten Sympathieträger, der noch Jahrzehnte nach der Entstehung von “Blaulicht” erfrischend modern wirkt.

Nach dem bedauerlich frühen Ende von “Blaulicht” verkörperte Alexander Papendiek in der Serie “Drei von der K” erneut einen Kriminalisten, doch spielte er als Oberleutnant Seppel Beck einen nachdenklichen Mann von sanfter Zurückhaltung statt einen forschen Charmeur wie Alexander Thomas.

In “Polizeiruf 110: Minuten zu spät” agierte der inzwischen zum Hauptmann beförderte Alexander Thomas als Einsatzleiter für Oberleutnant Fuchs und Leutnant Arndt.

Eine bemerkenswert andere Rolle verkörperte Alexander Papendiek als SS-Offizier Schäfer in der Serie “Rote Bergsteiger”.

Darüber hinaus kann man ihn als sympathischen Ingenieur Welz in dem Kriminalfilm “Istanbul-Masche” sehen.

Doch bleibt sein Name am engsten mit “Blaulicht” verbunden, einer Serie, die ich mir stets von Neuem mit großer Begeisterung ansehe.

© Text: Manuela Hertel