Der berühmte Filmregisseur Fritz Lang (1890 - 1976) engagierte 1928 für die weibliche Hauptrolle seines Filmes “Spione” - die Agentin Sonja Barranikowa - eine unbekannte österreichische Theaterschauspielerin: Gerda Maurus (1903 - 1968).
Die Beiden verband schon bald eine tiefe Liebe, für die der notorische Womanizer Fritz Lang zwar seine Ehe mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou zu opfern bereit war, jedoch nicht seine Affären mit anderen Frauen aufzugeben beabsichtigte.
1929 spielte Gerda Maurus als Friede Velten in dem Science- Fiction-Film “Frau im Mond” erneut unter der Regie von Fritz Lang. Die beiden gemeinsamen Filme errangen große Popularität und ließen Gerda Maurus zum Star avancieren.
1931/32 trennte sich Gerda Maurus von Fritz Lang. Zum Abschied schenkte sie ihm einen Stoffaffen, den er “Peter” taufte und zeitlebens liebevoll umsorgte, als handele es sich um ein lebendes Wesen.
Bevor Fritz Lang aus Deutschland emigrierte, bat er Gerda Maurus im Mai 1933 bei einem gemeinsamen Essen im luxuriösen Berliner Restaurant “Horcher”, mit ihm ins Exil zu gehen, was sie jedoch ablehnte.
Als Fritz Lang 1956 kurzzeitig wieder nach Deutschland zurückkehrte, traf er auch mit Gerda Maurus zusammen. Der Feuilletonist Paul Marcus, der ihre Begegnung arrangiert hatte, beschrieb die Beiden nach anfänglicher, beiderseitiger Scheu später als “wie zwei junge Verliebte, als wären nicht inzwischen mehr als zwanzig Jahre vergangen”.
Als Gerda Maurus 1964 mit einer Theatertournee von Lessings “Nathan der Weise” nach New York reiste, kam Fritz Lang eigens aus Hollywood herüber, um sie zu sehen.
Als Fritz Lang 1968 durch die Schauspielerin Heidemarie Hatheyer erfuhr, dass Gerda Maurus auf dem Sterbebett lag, verfasste er einen einen leider nicht mehr erhaltenen, offensichtlich sehr bewegenden Liebesbrief an Gerda Maurus.
Noch im Krankenhaus versicherte Gerda Maurus ihrer Tochter Philine, Fritz Lang sei der wichtigste Mann in ihrem Leben gewesen.
Auch Fritz Lang deutete in einem Gespräch mit der Filmhistorikerin Lotte Eisner an, Gerda Maurus, für die er stets nur zärtliche Worte fand, sei die große Liebe seines Lebens gewesen.