Safraoui bringt mit “AKELA” sein Solo-Debüt. Das Album vereint classic Straßenrap mit einem super uniquen Sound. Wie Safraoui das macht, wie ich sein Album insgesamt finde und ob sein Solo-Ding das Ende der HoodBlaq Crew bedeutet – das seht ihr in dieser PULS Musikanalyse.
SAFRAOUI UND HOODBLAQ
Bei Safraoui von Hoodblaq kennt man weder Gesicht noch Namen. Safraoui ist halt der mit den Trikots, den Locken und den absolut kranken Parts. HoodBlaq aus Ludwigshafen: Die sind mittlerweile mit jedem Video in den Trends. Und die HoodBlaq-Alben “Hashtags”, “BE.ELA.QU” und “Haraga” sind sehr stabil. Ende 2023 ist Safraouis Gang-Kollege Jamal als erster von HoodBlaq seinen eigenen Weg gegangen und hat das Album “Wagwan” gedroppt. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Safraouis Album kommt. Und auf “AKELA ” macht Safraoui genau da weiter, wo er mit HoodBlaq aufgehört hat und rappt über classic Straßenrap-Themen: Überleben im Block, Stress mit den Cops, daily Hustle.
DER SOUND VON “AKELA”:
Der Sound auf “AKELA” ist oft rough und auf Attacke, aber etwas catchier und weniger auf Drill als bei HoodBlaq. Auf “AKELA” arbeitet Safraoui wieder mit Shokii, der auch sehr viel für HoodBlaq produziert. Zusammen bauen sie Safraouis Sound aus. Der Song “Überall” z.B. klingt für mich nach Reggaeton und etwas Afrobeat à la Burna Boy. Auch der sehr warme Amapiano-Type-Beat - so bisschen die drum lastige, südafrikanische House-Variante - passt überraschend gut zu Safraoui.
ÜBER WAS RAPPT SAFRAOUI AUF “AKELA”?
Auch inhaltlich findet man afrikanische Einflüsse bei Safraoui. Safraoui, der marokkanische Wurzeln hat, thematisiert das Heimatland seiner Eltern immer wieder in seinen Texten und Videos. Bei Safraoui fallen immer wieder arabische Begriffe und Sprichwörter. Auch spanische und französische Wörter. Eben die Sprachen, die in Marokko gesprochen werden. Safraouis Geschichten auf “AKELA” spielen oft oft auch gar nicht in Europa. Stattdessen Oran in Algerien, die Kalaschnikow aus Aleppo, Hasch aus Ketama in Marokko, die Sahara und wie schon bei HoodBlaq: der Dschungel. Dazu passt ja dann auch der Albumtitel: “Akela”. So heißt auch der Wolf aus dem “Dschungelbuch”, der das Rudel anführt. Und mit dem scheint Safraoui sich wohl zu identifizieren. Und natürlich droppt Safraoui wieder massig Fußballspieler. Oft die mit afrikanischen Wurzeln: Coman, Musiala oder Azzedine Ounahi – der marokkanische Mittelfeldabräumer.
WAS KANN “AKELA”?
Was “AKELA” special macht: Safraouis Stimme – diese Art, zwischen Rap und gesungenen Hooks zu switchen. Und eben der Kosmos drum herum mit Afro-Beats, Amapiano-Einflüssen, arabischen Lines, marokkanischen Drehorten, dem Dschungel und der Wüste. Dazu kommt das Feature-Game: Kurdo und Haftbefehl auf einem Debüt-Album sind eh heftig. Und dann kommt noch das RAF Camora-Feature – respekt! Dass “AKELA” so gut funktioniert, ist aber irgendwie auch keine große Überraschung. Safraouis Stimme war schon immer unique und mal ehrlich, er war auch immer der Einzige von HoodBlaq, den man wegen der Haare sofort erkennen konnte.
DAS ENDE VON HOODBLAQ?
Jetzt ist ja die Frage: Ist das Solo-Album und der Fame für Safraoui als Solo-Rapper vielleicht auch der Anfang einer kleinen Abspaltung von HoodBlaq? Wahrscheinlich nicht. Safraouis Videos kommen alle auf dem Hoodblaq-Channel raus, und die Jungs machen auf Insta und TikTok - wie bei Jamal auch schon - richtig Welle. HoodBlaq werden ja auch auf dem neuen Luciano-Album mit drauf sein. Der Hype ist safe nicht vorbei.
Aber was denkt ihr? Wie gehts mit Hoodblaq weiter? Machen die Jungs auch bald wieder ein Crew-Album? Oder kommen dieses Jahr noch mehr Hoodblaq-Soloalben?
Schreibt es in die Kommentare!
#PulsMusikanalyse #PMA #Safraoui #HoodBlaq #Akela
1 – 00:00 – Intro
2 – 00:39 – Wer ist Safraoui?
3 – 01:19 – HoodBlaq-Crew
4 – 02:22 – Der Sound von AKELA
5 – 03:25 – Afrikanische Einflüsse
6 – 05:07 – Fazit
7 – 06:59 – Outro
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Redaktion: Steffan Sommer, Sophie Kernbichl, Matthias Scherer
Host: Fridolin Achten
Kamera: Vanessa Tappolet
Schnitt: Sarah Lindebner
Tonmischung: Matthias Sautier
Kanalmanagement: Antek Pioch