Auf dunklem Grunde ruht das Leben - Studentenlied und Kommerslied der Burschenschaft Rheinfranken

Опубликовано: 01 Апрель 2026
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Auf dunklem Grunde ruht das Leben - Ein Studentenlied und Kommerslied der Burschenschaft Rheinfranken. Text von Eduard Elwert, 1826.

1.
Auf dunklem Grunde ruht das Leben,
das Reich der Nacht ohn Ende ringt,
das Haupt von neuem zu erheben,
und manche böse List gelingt!
Das Edle stürzt die Not der Zeiten,
das Große weicht der Niedrigkeit,
|: drum mag das ernste Schwarz dir deuten
all unsres Herzens Traurigkeit. :|

2.
Doch wie der Tag mit goldnen Schwingen
das Netz der scheuen Nacht durchreißt,
so flammt, das Finstre zu bezwingen,
in uns ein allgewalt'ger Geist!
Damit das hohe Werk gedeihet,
besiegeln wir's mit unsrem Blut,
|: und freudig stets das Rot erneuet
den freud'gen Zorn und Todesmut. :|

3.
Das Höchste haben wir erkoren,
für Ehre, Freiheit, Vaterland
den hohen Todeseid geschworen,
uns bindet - welch ein heil'ges Band!
Nie soll die Treu und Liebe weichen,
die wir dem großen Ziel geweiht;
|: drum wählen wir zum letzten Zeichen
des festen Goldes Lauterkeit. :|

4.
Ob sich die feindlichen Gewalten
noch feindlicher zusammenziehn,
stets wollen wir am Bunde halten,
in fester Bruderlieb erglühn;
das holde Bild im Herzen tragen,
das sinnig sonst dem Blick sich bot:
|: die Hoffnung lebt, bald wird es tagen,
der bessern Zukunft Morgenrot! :|