1. Die Gedanken sind nicht frei, wenn ich sie behalte.
Sie fliegen nicht vorbei, wenn ich sie verwalte.
Hier bin ich gehalten, im Gedanken verwalten.
So bin auch ich nicht frei, wenn es bleibet dabei.
2. Wenn ich brauche, was ich will, dann bin ich verrücket.
Der Gedanke wirkt ganz still, was mich nicht beglücket.
Wenn ich Wunsch und Begehren, mir nicht kann verwehren,
dann bleibet es dabei, der Gedanke macht nicht frei!
3. "Ich denke was ich will und was mich erquicket",
glaube ich in diesem Spiel, wenn sich's grad für mich schicket.
Nun hab ich vergessen, und kann's nicht ermessen,
die Bedeutung von frei, wenn's mir ist einerlei.
4. Ein Glaube ist nicht wahr, wenn er mich besetzet,
das wird schnell dadurch klar, dass er mich verletzet.
Dem Schmerz zu entrinnen, kann ich nicht gewinnen,
drum bleib ich besser stehn, und lass ihn durch mich gehn.
5. Durch Umkehr des Gedankens, verloren die Plage.
Es ist wirklich eine wundersam sorglose Lage.
Hier ist Freude im Herzen, ein Lachen und Scherzen.
Ein Gedanke fliegt vorbei, was ICH wirklich BIN ist frei!
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