Sage mir, was Du guckst, und ich sage Dir, wer Du bist: ARTE zappt sich durch die Fernsehlandschaften anderer Länder. Heute: Das Fernsehen der Roma, einer Minderheit in Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei.
Wer sind eigentlich die Roma? Unter dieser Fragestellung wird das Fernsehprogramm von sechs Ländern - Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Ungarn, Slowakei und Tschechien - betrachtet. Die meisten Roma leben in Rumänien und spielen dort auch im Fernsehen eine Rolle. Ein eigenes investigatives Format berichtet hauptsächlich über die Armut der Romagemeinschaft. Im fiktionalen Sektor herrscht größere Themenvielfalt. So steht in der Serie "State" ein titelgebender Antiheld im Mittelpunkt, der als 50-jähriger Bettlerkönig und Zuhälter in Paris lebt und alle nur denkbaren Klischees verkörpert. "State" erreicht zwar hohe Einschaltquoten, sagt jedoch nichts über die Wirklichkeit der Roma aus. Im Gegensatz zu der auf einem Privatsender ausgestrahlten auf Emotionen setzenden Serie "Gypsy Heart". Im Mittelpunkt des Quotenrenners stehen ein schöner Medizinstudent und Roma, der die Tochter eines reichen Senators liebt. Die Serie, frei nach "Romeo und Julia", räumt gnadenlos mit Tabus und Vorurteilen gegenüber Roma auf.
In Tschechien hat die Reality-TV-Show "Pop Idol" die unlängst einen Roma zum Superstar kürte, mehr für die Romagemeinschaft bewirkt als jede gezielte Politik der letzten 20 Jahre.
Im ungarischen Fernsehen wird mit der Romaminderheit sehr nuanciert umgegangen. So geht es in einer ungarischen Version der Serie "Friends" um die Abenteuer von fünf Freunden aus einem Waisenhaus, die sich auf der sozialen Stufenleiter erfolgreich hochgearbeitet haben. Zu den Protagonisten zählt eine attraktive alleinerziehende Anwältin. Als die Zuschauer nach einjähriger Laufzeit der Serie in einer der Folgen erfuhren, dass die besagte Anwältin eine Romni ist, schnellten die Quoten nach oben.