Wie lässt sich die Nutzung von Photovoltaik (PV) auf Lärmschutzwänden optimieren ohne dabei den Lärmschutz zu mindern? Diese Frage stand im Zentrum des Verbundprojektes PVwins, welches federführend vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) durchgeführt wurde. Neuartige Prototypen für PV-Module wurden entwickelt, die sich als wandintegrierte PV-Elemente (im Neubau und in der Nachrüstung) für den Lärmschutz einsetzen lassen.
Die Prototypen weisen unterschiedliche Ausprägungen auf und adressieren verschiedene Anwendungsfälle: Integration von Standard-PV-Modulen auf der straßenabgewandten Seite, abwechselnde Anordnung von schallabsorbierenden Elementen und PV-Modulen auf der straßenzugewandten Seite, nachgerüstete Kassettenlösungen mit schräggestellten schallabsorbierenden Elementen in Richtung Straße und PV-Modulflächen in Richtung Sonne, PV-Aufsätze über der Lärmschutzwand in Ost-West- und Südausrichtung, Transparente mikroperforierte Absorber, die vor den PV-Modulen platziert sind.
Die PV-Lösungen wurden im Outdoor Performance Lab des Fraunhofer ISE in Merdingen an einer Demonstrator-Lärmschutzwand mit einer Länge von 16 m realisiert und werden nun ein Jahr lang auf ihren Ertrag hin untersucht. Die akustischen Analysen der Schallabsorption und Schalldämmung wurden von der BASt durchgeführt, die auch beratend am Gesamtprojekt beteiligt war. Die Ergebnisse erlauben nun eine Einschätzung, welche PV-Lösungen in welchen Lärmsituationen eingesetzt werden können und an welcher Stelle noch weiterer Optimierungsbedarf besteht.
Das Timelapse-Video zeigt den Aufbau an der Demonstrator-Lärmschutzwand. Das Videomaterial wurde vom Fraunhofer ISE zur Verfügung gestellt.