Auch wenn man sich - nun im Herbst - vielleicht die extreme, ungewöhnliche Hitze im Sommer gar nicht mehr in Erinnerung rufen mag: Ich möchte mit diesem Lied an die vergangene heiße Jahreszeit erinnern. Und ich will mit der Voröffentlichung dieses Liedes, dass ich vor einigen Wochen geschrieben habe, auch nicht bis zum nächsten Sommer warten. Vielleicht wirkt dieses Lied ja auch wie eine Art Heizkörper...
Es ist absehbar, dass die Temperaturen in den vor uns liegenden kühleren Jahreszeiten ebenfalls deutlich über denen liegen werden, die in vorausgegangenen Jahren erreicht wurden. Also der Spätherbst könnte an manchen Tagen mehr einem Spätsommer gleichen, und der Winter eher einem Spätherbst. Womöglich gibt es einen direkten Übergang in angenehme Frühlingstemperaturen, an den sich dann wieder Hitzeperioden anschließen könnten, unter denen dann wieder viele Menschen leiden dürften...
Natürlich kann man auch so tun, als wäre alles ganz normal, und sich über die Verantwortlichen keinen Kopf machen. Das ist dann ganz im Interesse derer, die verantwortlich sind...
Foto: Ulla Kellerwessel
Der Text:
HITZEMORDE
Im Sommer gab es Morde - genaue Zahlen kennt man nicht. GDa6D
Die werden verschwiegen, von Mördern man nicht spricht. GDa6D9
Grausame Verbrechen - aber keiner nimmt Notiz. CDH7e
Macht niemand es bemerkbar, keiner hört‘s und sieht’s… CGD9G
Vorbereitungen, die zogen sich ne Weile hin: GDa6D
Im Winter, der kein Winter war - da war schon Frühling drin. GDa6D9
Im Frühling steckte Sommer, unterbrochen von April, CDH7e
und der kommt immer wieder, auch wenn man ihn gar nicht will. CGD9G
Refrain:
Es ist heiß – warum, man ziemlich genau weiß. D a6D9
Wird es kühl – vielleicht in bisschen, doch nicht viel. Ge a6D9
Aber wann? Dir gerade keiner sagen kann, D a7D9
und wie lange das so bleibt? – Niemand weiß, bis wann… Ge a6D9G
Der Sommer war noch längst nicht hoch - das Thermometer schon.
Warnungen gabs wiederholt, penetrant und monoton,
vor extremer Hitze, von Experten auch erklärt,
dass sich niemand aufregt und keiner sich beschwert.
Die Durchschnittstemperatur stieg an - das hatte seinen Grund,
den man auch herausfand - der war ziemlich ungesund.
Man fand auch Verantwortliche, die Namen warn bekannt.
Sie zur Verantwortung zu ziehen, man nicht nötig fand.
Verantwortliche, die man immer weiter machen lässt,
unverantwortlich zu handeln, und setzt sie noch nicht mal fest,
die machen immer weiter, und es ist ihnen egal,
was dadurch verursacht wird - und finden das normal.
Die CO2-Verursacher schränkt man pro forma ein,
bestreitet nicht, sie könnten an der Erhitzung schuldig sein,
doch weigert konsequent sich, Konsequenzen draus zu ziehn,
lässt sie unbehelligt, sie brauchen nicht einmal zu fliehn…
Hitzetote starben, aus welchem Grund man gern verschweigt.
Man weiß, Menschen nicht ertragen, wenn die Hitze zu hochsteigt.
Ist daran einer schuld, dann kennt das Strafgesetz ein Wort:
Begeht nicht, wer absichtlich einen tötet, einen Mord?
Heimtücke erkennt man daran, dass sie sich verbirgt,
mit Profitgier absichtlich eng zusammenwirkt.
Ein Mordmerkmal genügt, auch wenn ein Staatsanwalt versagt,
und zu ermitteln ablehnt, wenn man Schuldige verklagt.
Übeltäter nehmen gern an, alles sei erlaubt.
Geld macht‘s möglich, man bei ihnen selbstverständlich glaubt…
Gesetze sind für andere, Ausnahmerecht verlangen sie.
Und geht’s mit dem Teufel zu, verwehrt der‘s ihnen nie.
Hitzetote bleiben schlussendlich ungesühnt.
Strafe eher der kriegt, der sie zu fordern sich erkühnt.
in Unschuld wäscht man Hände, hat ein Vorgehen sich gelohnt -
nichts Anderes erwartend, bleibt man, wie man’s will, verschont.
© 2024 Gerd Schinkel