Sandmännchenstatistik

Опубликовано: 28 Июль 2026
на канале: Gerd Schinkel
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Was soll der blöde Name für dieses Lied?

Es geht um eine alljährlich offiziell mit viel Bohei präsentierte Polizeistatistik, die Kriminalstatistik, die immer in der Presse ein riesiges Echo findet - und gleichzeitig den Menschen eine gewaltige Menge Sand in die Augen streut. Dann schlägt die Stunde der "harten Hunde" unter den Innenpolitikern, vor allem auch der für die Innere Sicherheit zuständigen Amtsträger, deren Rufe nach "Recht und Ordnung" - nach "law and order" dann lauter werden und die Stimmlage höher... Dann haben die "Reuls" auf der politischen Bühne ihre großen Auftritte - bei zweifelhafter Seriösität.

Denn die Statistik gibt mitnichten Auskunft über die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland, ob wohl dieser Eindruck jedes Jahr erneut geweckt wird. Um diese Erkenntnis wirklich zu erhalten, müsste man die Anzahl der tatsächlich erfolgten Verurteilungen für nachgewiesene Straftaten darlegen und miteinander in aufgeschlüsselte Zusammenhänge bringen. Diese Zahlen aber werden gar nicht vorgelegt, vielleicht gar nicht ermittelt, weil sie - vermutlich - aus Sicht der Polizei gar nicht von Interesse sind?

Denn sie erfassen ja nicht die ganze Breite der polizeilichen Aufklärungsarbeit - wobei ein Vergleich der unsinnigen Statistik mit der sinnvollen Statistik auch Aufschluss über die Effizienz der polizeilichen Ermittlungsarbeit geben könnte und darüber, in wie vielen Fällen Menschen in unbegründeten Verdacht geraten sind und gegen sie - womöglich rufschädigend - polizeilich ermittelt wurde.

Mithin wird, wenn nur die eine Statistik - die mit den höheren Zahlen - vorgelegt wird, den Menschen so eine Menge Sand in die Augen gestreut, dass sie aufgeregt reagieren und der Populismus neue Nahrung erhält... Was, bitte schön, ist daran verantwortliches Handeln?

Der Text:

SANDMÄNNCHENSTATISTIK

Sie ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht, GD9a6D9
weil sie die Wahrheit, ganz offiziell, verdreht: GD9a6D9
Von der Kriminalstatistik wirst du schon erfasst, CD9H8e
wenn du dich mit irgendwas verdächtig gemacht hast. a6H8CD9
Hat durch Ermittlungen und Urteil sich gezeigt, CH8a6D9
dass alles Kokolores ist, statistisch man verschweigt. Gea6D9G

Die Statistik macht ein Fass behördlich auf, GD9a6D9
kippt alle Zahlen rein, dann kommt der Deckel drauf. GD9a6D9
Täter drin, Verdächtige, und Unschuldige auch - CD9H8e
und niemand hinterfragt diesen untauglichen Brauch. a6H8CD9
In der Statistik werden Menschen mitgezählt, CH8a6D9
die man völlig grundlos mit Verdächtigungen quält. Gea6D9G

Refrain:
Die Sandmännchen-Statistik mit falschen Zahlen operiert— CDH7e
Zwischen Verdächtigen und Tätern nicht unterschieden wird. a6CD9G

So ne Statistik hat nur einen einz‘gen Zweck:
Stimmungsmache, deshalb werft sie besser weg.
Sie verzerrt die Wirklichkeit - die Wahrheit wird verpasst,
wenn du, für was auch immer, völlig falsche Zahlen hast.
Die Ziffern bleiben wertlos, wirft man alle in ein’n Topf,
Man kriegt Erkenntnisse, die überflüssig wie ein Kropf.

Außer wenn man alle Zahlen mal vergleicht
sieht, ob Polizeiermittlung wie gehabt auch reicht:
Bleiben falsch Beschuldigte in der Statistik drin,
ist jede Analyse der Statistik ohne Sinn,
man macht statistisch nur mit Absicht sich was vor,
bläst populistisch Falsches tief in jedes Ohr.

Die Zahlen zeigen, was Polizei macht - und was nicht:
Pauschal zu verdächtigen, Unschuldsvermutung bricht.
Was tatsächlich am End nur übrigbleibt,
ist, dass die Polizei ihre Arbeit übertreibt,
statt wahr und klar zu sagen, wer die Kriminellen sind,
was die Wahrheit angeht, hält man die Gesellschaft blind.

Was mit falschen Zahlen in der Politik geschieht:
mit denen mancher Scharfmacher durch die Lande zieht,
verunglimpfend und hetzend Minderheiten diffamiert,
verlangend, dass man endlich mit Schärfe reagiert.
Wenn die Statistik anders, nicht so verlogen wär,
wirklich Fakten aufwies, könnt das keiner mehr.

Die Kriminalstatistik, wie sie ist, ist ein Skandal.
Verdächtige zu zählen, nicht Täter, ist fatal.
Beweisen kann sie gar nichts, doch rechtfertigt zu leicht
Vorurteile, sogar Hass, tief in die Köpfe schleicht.
Zahlen, die man rumwirft und sie nicht erklärt,
können nur verwirren und sind ihr Papier nicht wert.

© 2024 Gerd Schinkel