Deutschland steht vor einer großen Herausforderung: Für die Sicherheit künftiger Generationen müssen wir unseren hochradioaktiven Abfall zuverlässig in einem Endlager verwahren. Über Hunderttausende von Jahren und mehrere Eiszeiten hinweg dürfen radiotoxische Schwermetalle nicht in die Umwelt gelangen. Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) erforschen deshalb Ausbreitungs- und Rückhaltemechanismen von Radionukliden im Umfeld eines potentiellen, zukünftigen Endlagers.
Dabei ist Teamarbeit von Chemikern, Physikern, Biologen und Geologen gefragt: Mit modernen spektroskopischen Methoden entschlüsseln sie, wie die chemischen Prozesse auf molekularer Ebene ablaufen. Bestandteile des Endlager-Gesteins können beispielsweise mit den Schwermetallen Verbindungen eingehen und so als zusätzliche Barriere dienen. Auch spezielle Bakterien, die in Biofilmen alter Bergwerke zu finden sind, können Uran, Neptunium, Plutonium oder Americium binden. Doch wie dauerhaft sind solche Verbindungen?
Um Antworten auf Fragen dieser Art zu finden, arbeiten HZDR-Wissenschaftler aus Dresden, Leipzig und Grenoble zusammen. Sie geben mit dem neuen Film einen Einblick, wie anspruchsvoll und notwendig die Endlager-Forschung ist. Ihre Erkenntnisse fließen in internationale Datenbanken ein und liefern so eine Entscheidungsbasis, welche Wirtsgesteine sich für Endlager im In- und Ausland eignen – egal ob es sich um Ton, Granit oder Salz handelt.
Der Film erhielt im Mai 2016 den "Intermedia-Globe" in Gold in der Kategorie "Forschung und Wissenschaft", im April 2016 wurde er beim 49. WorldFest in Houston mit einem goldenen Remi Award in der Kategorie "Energie / nuklear" ausgezeichnet.
Der Film wurde in Zusammenarbeit mit der AVANGA Filmproduktion GmbH & Co. KG erstellt.
Das HZDR hat mit diesem Video am Wettbewerb "Fast Forward Science" teilgenommen: http://www.fastforwardscience.de