Kurt Martis Kurzgeschichte „Happy End“ ist eine brillante, ernüchternde Umkehrung des romantischen Klischees – und zugleich eine leise, bittere Parabel auf zwischenmenschliche Missverständnisse.
Nach dem Abspann eines Liebesfilms verlässt der Mann fluchtartig das Kino in die dunkle Nacht. Die Frau folgt ihm, holt ihn keuchend ein – und stellt ihn zur Rede. Es entspinnt sich ein Gespräch, das rasch an Tiefe gewinnt: Der Mann hat die „heile Welt“ des Films als Lüge empfunden, nicht als Trost, sondern als Zumutung. Für ihn liegt darin eine Unvereinbarkeit mit der Realität, mit der eigenen Beziehung, mit sich selbst. Das Gespräch endet – ganz im Gegensatz zum Filmtitel – ohne Auflösung, ohne Versöhnung, ohne Happy End.
Kurt Marti war ein Schweizer evangelisch-reformierter Pfarrer und Schriftsteller.
Ich bedanke mich bei Herrn Thomas Marti für das mir persönlich erteilte Recht, Texte von seinem Vater Kurt Marti zu vertonen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Marti
https://www.deutschlandfunk.de/der-sc...
Sprecher: Wolfgang Arns