James Krüss’ Gedicht „Das Feuer“ ist ein sprachliches Flammenmeer – voller Lautmalerei, Sinneseindrücke und kindlicher Neugier. Es stammt aus dem Gedichtband „Der wohltemperierte Leierkasten“ (1961) und entfaltet in sechs Strophen ein regelrechtes Feuerwerk der Sprache.
Das Gedicht spricht alle Sinne an:
Hören: „Knicken, knacken, krachen, knistern“
Sehen: „Wie das Feuer tanzt und zuckt“
Riechen: „Brenzlig, brutzlig, brandig“
Fühlen: „Dich in warme Wellen hüllt“
Es beginnt lebendig und laut, wird dann immer leiser – bis es am Ende nur noch flüstert und schließlich „aus“ ist. Diese Bewegung vom lodernden Feuer zur erlöschenden Glut ist nicht nur klanglich, sondern auch emotional spürbar.
Sprecher: Wolfgang Arns