In Chicago gab es damals auch eine Reihe von Weißen, die von der
neuen schwarzen Musik begeistert waren.
Es waren vor allem junge Schüler und Studenten, die im Jazz eine
Chance sahen, gegen die gesellschaftlichen Konventionen zu
rebellieren. Sie gründeten ihre eigene Bands und versuchten den
Jazz, den sie in den Klubs gehört hatten, so gut wie möglich nach zu
spielen. Aber sie konnten nicht aus ihrer bürgerlichen Haut eines
Weißen heraus. Und mit ihren europäischen Einflüssen glätteten sie
die Musik und nahmen dem Jazz genau jene Wildheit und Schärfe, die
sie so sehr an ihn bewundert hatten. Es fehlten zum Beispiel diese
wilden Kollektiv-Improvisationen, die den New-Orleans-Jazz der
Schwarzen ausmachten. Die Weißen konnten einfach nicht so locker
improvisieren. Sie mussten ihre Stücke harmonisch durcharrangieren
und was manchmal wie ein spontan improvisiertes Solo klang, das war
oft Ton für Ton einstudiert.
Die Geschichte des Jazz
Barkeeper: Berth Wesselmann Musiker: Rich Laughlin (Trompete),
Stephan Maaß (Percussion), Johannes Prischl (Saxophon / Flöte),
Roland Punzenberger (Schlagzeug), Thomas Schwaiger (Keyboards),
Henning Sieverts (Bass), Uli Widenhorn (Gitarre)
Musikalische Beratung: Joachim Gerndt
Schnitt : Olga Barthel
Redationsassistenz: Monika Buscher
Produktion: Werner O. Feißt
Buch, Realisation, Redaktion: Frank Haase