Saal 3

Опубликовано: 11 Март 2026
на канале: Johannes M. L. Pasquay
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Saal 3
Anja Fröhlich, Museumsleiterin:
„Wir befinden uns nun in Saal 3. Gleich rechts vom Eingang an der Wand sehen sie in der Mitte und rechts zwei Drucke.“
Pasquay:
„Ja, das ist wieder Teil der praktischen Ausbildung in unserem Studium. Da ist ein Tiefdruck als Aquatinta angelegt. Das Thema wurde durch Andy Warhol angeregt, der damals Marilyn Monroe vielfarbig abgebildet hat, allerdings als Siebdruck, nicht wie hier als Aquatinta. Man beschichtet eine Zinkplatte mit Kolophoniumpulver, erhitzt die, deckt mit Lack ab, und so entstehen durch Ätzen verschieden tiefe Mulden. Die Drucke sind mit zwei Platten in verschiedene Farben getaucht. Rechts daneben ist ein Siebdruck. Ich als Student konnte mir keinesfalls ein Sieb oder eine Rakel oder gar eine Beschichtungsrinne etc. leisten. Bei diesem Flachdruck wird das Sieb teilweise beschichtet und wo es durchlässig ist, kann man mit einer Rakel die Farbe drüberziehen und so drucken.“
Fröhlich:
„An der rechten Wand sehen sie ganz links am Fenster eine ganz besondere Arbeit.“
Pasquay:
„Während der Studienzeit habe ich angefangen in 3-D zu arbeiten. Es sind dann sehr viele Polsterbilder entstanden, das heißt eine Platte, aus der Kissen herausragen und die tolle Effekte ergeben. Beim Umzug in eine kleine Wohnung war kein Platz mehr dafür.“
Fröhlich:
„... und dann sind sie ganz schnöde entsorgt worden.“
Pasquay:
„Richtig, ich habe einen Anhänger gemietet und die Polsterbilder sind bestimmt tief tief unten im Schuttberg in Außernzell. Das einzige Bild, das da hängt, hat meine Frau vom Wagen runtergerettet und hat gesagt: ‚Das gehört mir, das behalte ich.‘“
Fröhlich:
„Wenn Sie sich vom Eingang aus nach links wenden sehen Sie auf dem Mauervorsprung Blätter aus einem Skizzenbuch und gleich rechts an der benachbarten Wand eine kleinformatige Arbeit. Diese Arbeiten haben einen sehr persönlichen Hintergrund.“
Pasquay:
„Ja, ich habe das Glück als Künstler, dass ich eigene Lebenstiefen künstlerisch verarbeiten kann. Da habe ich zunächst mit einem Tafelbild begonnen, das nur noch als Foto an der Wand hängt. Hier sind die körperlichen Symptome meiner siebenjährigen Depression dargestellt. Es war aber so, dass ich das Bild nicht mehr ertragen konnte und entsorgte, denn jedes mal, wenn ich es angesehen habe, sind die Wunden wieder aufgeplatzt. Ich habe dann lieber ein Skizzenbuch verwendet, das kann man immer zu machen und sieht nicht mehr, welche Skizzen man gezeichnet hat. Ich habe es erst heuer das erste Mal für die Ausstellung wieder aufgeschlagen, die Skizzenblätter rausgetrennt, gerahmt und die hängen also hier, die Bildergeschichten, wie es in meinem Inneren ausgesehen hat.“